Krankschreibung in der Schwangerschaft - Das gilt in der Schweiz

Krankschreibung während der Schwangerschaft

In der Schweiz arbeitest du – wenn alles normal verläuft – ganz normal bis zur Geburt. 

Erst ab der Geburt hast du Anspruch auf bezahlten Mutterschaftsurlaub

Vorher gibt es keinen Anspruch auf eine bezahlte Auszeit. Allerdings bist du als Schwangere durch das Arbeitsrecht besonders geschützt. 

Um dich und dein Baby zu schützen, besteht auch die Möglich dich in der Schwangerschaft krank schreiben zu lassen.

Ab wann du dich in der Schwangerschaft krankschreiben lassen kannst

In der Schwangerschaft steht dir in der Schweiz das Recht zu, jederzeit von der Arbeit fernzubleiben. Allerdings bist du verpflichtet deinem Arbeitgeber ein ärztliches Zeugnis vorzulegen, damit du Anspruch auf Lohnfortzahlung hast.

Um dich in der Schwangerschaft krankschreiben zu lassen, musst du zunächst deinen Frauenarzt konsultieren. Er beurteilt deine Verfassung aus medizinischer Sicht und seine erste Priorität ist es, dich und das ungeborene Kind zu schützen. 

Ob und wann du dich in der Schwangerschaft krankschreiben lassen kannst, hängt also vom Urteil deines Frauenarztes ab. 

Das sagt das Schweizer Arbeitsrecht zur Krankschreibung

Die gute Nachricht: Dein Arbeitgeber darf dir während der Schwangerschaft nicht kündigen (Artikel 336c Obligationenrecht). Es sei denn, du befindest dich noch in der Probezeit.

Zudem schreibt das Arbeitsrecht vor, dass schwangere Frauen nur unter Bedingungen arbeiten, die ihre eigene Gesundheit und die Gesundheit des Babys nicht gefährden (Art. 35 Arbeitsgesetz).

 

Gründe für eine Krankschreibung in der Schwangerschaft

Rund 60 % aller Frauen in der Schweiz lassen sich in der Schwangerschaft aufgrund gesundheitlicher Beschwerden in der Schwangerschaft krankschreiben. 

Weiteren etwa 10 % wird ein Beschäftigungsverbot wegen gefährlicher oder beschwerlicher Arbeiten erteilt und etwa 5 % werden deshalb sogar freigestellt. 

Besondere gesundheitliche Gründe für eine Krankschreibung in der Schwangerschaft sind:

  • Plötzlich auftretende Blutungen 
  • Plazentakomplikationen, wie die Placenta praevia
  • Erwartetes Risiko einer Frühgeburt 
  • Störung in der Kindsentwicklung 
  • Zwillingsschwangerschaften
  • Bluthochdruck
  • Vorzeitig auftretende Wehen

Weitere Fragen zu diesem Thema

Sport und Bewegung sind in der Schwangerschaft sehr wichtig. Du solltest es aber nicht übertreiben. (mehr lesen)

Verständlicherweise bibbern viele Schwangere in den ersten Schwangerschaftswochen und fürchten sich vor einer Fehlgeburt.

Die meisten Ursachen, die zu einer Fehlgeburt führen, sind leider nicht zu beeinflussen, sondern leider eine Laune der Natur. 

Natürlich kannst du durch einen gesunden Lebensstil das Risiko einer Fehlgeburt minimieren. Völlige Sicherheit hast du allerdings nie und es bleibt ein Rätsel der Natur, warum manche Schwangerschaften glücklich verlaufen und andere in einer Fehlgeburt enden.

Bei diesen Symptomen solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen:

  • Starke, plötzlich auftretende Blutungen
  • Starke Schwellungen (Ödeme), die schmerzen und immer grösser werden
  • Heftige Unterleibsschmerzen
  • Schwindel und Kopfschmerzen in Kombination mit Übelkeit und Erbrechen
  • Plötzlich auftretende sehr starke oder stechende Schmerzen
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Fieber ab 39 Grad Celsius

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Kann ich mich wegen Stress in der Schwangerschaft krankschreiben lassen?

Ob du dich wegen Stress krankschreiben lassen kannst, hängt ebenfalls vom Urteil deines Frauenarztes ab. Falls er das Kindswohl durch deinen Stress in Gefahr sieht, wird er nicht zögern dir eine Krankschreibung auszustellen. 

Stress gehört zum Leben dazu und falls er nicht überhand nimmt, besteht durch Stress auch keine besondere Gefahr für dich und dein Kind. Erst bei einer zu grossen ausgeschütteten Menge an Cortisol (Stresshormon) sind gesundheitliche Risiken zu befürchten.

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Wie lange kann man in der Schwangerschaft krankgeschrieben werden?

Dein Arzt kann dich die ganze Schwangerschaft über krankschreiben, wenn er das für nötig hält.

Wenn du deinem Arbeitgeber das ärztliche Zeugnis vorlegst, ist dieser verpflichtet dir deinen Lohn zu 100% weiter zu zahlen.

Ab einer gewissen Zeit (im ersten Dienstjahr meist nach den ersten drei Wochen) kommt die Krankentaggeldversicherung zum Zug und übernimmt die Lohnzahlung.

Im Zweifel solltest du deinen Arbeitsvertrag durchlesen. Während der Probezeit und bei befristeten Arbeitsverträgen gelten nämlich besondere Bestimmungen.

Was passiert, wenn der Arzt mich nicht krankschreiben will?

Bei offensichtlich gesundheitsgefährdenden Gründen, wird dein Arzt dir in jedem Fall eine Krankschreibung ausstellen. 

Solltest du das Gefühl haben, dass dein Frauenarzt dich und deine Beschwerden während der Schwangerschaft nicht ernst nimmt, solltest du unbedingt in Erwägung ziehen, deinen Frauenarzt zu wechseln.

Deine Gesundheit und die deines ungeborenen Kindes haben immer die oberste Priorität.

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