In der Schweiz arbeitest du – wenn alles normal verläuft – ganz normal bis zur Geburt.
Erst ab der Geburt hast du Anspruch auf bezahlten Mutterschaftsurlaub.
Vorher gibt es keinen Anspruch auf eine bezahlte Auszeit. Allerdings bist du als Schwangere durch das Arbeitsrecht besonders geschützt.
Um dich und dein Baby zu schützen, besteht auch die Möglichkeit dich in der Schwangerschaft krankschreiben zu lassen.
Grundsätzlich gilt: Du kannst dich in der Schwangerschaft jederzeit krank schreiben lassen.
Die meisten Frauen lassen sich in der Schweiz wenige Wochen vor der Geburt von ihrem Frauenarzt krankschreiben. Auch im ersten Trimester der Schwangerschaft lassen sich Frauen krankschreiben, wenn sie von starker Übelkeit oder anderen Beschwerden geplagt sind.
Um dich in der Schwangerschaft krankschreiben zu lassen, musst du zunächst deinen Frauenarzt konsultieren. Er beurteilt deine Verfassung aus medizinischer Sicht und seine erste Priorität ist es, dich und das ungeborene Kind zu schützen.
Ob und wann du dich in der Schwangerschaft krankschreiben lassen kannst, hängt also vom Urteil deines Frauenarztes ab.
Als Schwangere steht dir in der Schweiz das Recht zu, jederzeit von der Arbeit fernzubleiben. In diesem Fall bist du aber verpflichtet deinem Arbeitgeber ein ärztliches Zeugnis vorzulegen, damit du Anspruch auf Lohnfortzahlung hast.
Die gute Nachricht: Dein Arbeitgeber darf dir während der Schwangerschaft nicht kündigen (Artikel 336c Obligationenrecht). Es sei denn, du befindest dich noch in der Probezeit.
Zudem schreibt das Arbeitsrecht vor, dass schwangere Frauen nur unter Bedingungen arbeiten, die ihre eigene Gesundheit und die Gesundheit des Babys nicht gefährden (Art. 35 Arbeitsgesetz).
Im März 2021 wurde dem Bundesrat ein Vorstoss vorgelegt, mit welchem ein vorgeburtlicher Mutterschaftsurlaub eingeführt werden sollte. Der Bundesrat sah hier allerdings keinen Handlungsbedarf mit der Begründung, dass Arbeitgeber sowieso der Pflicht zur Lohnfortzahlung nachkommen müssen. Deshalb wurde dieser Vorstoss abgelehnt.
Rund 60 % aller Frauen in der Schweiz lassen sich in der Schwangerschaft aufgrund gesundheitlicher Beschwerden in der Schwangerschaft krankschreiben.
Weiteren etwa 10 % wird ein Beschäftigungsverbot wegen gefährlicher oder beschwerlicher Arbeiten erteilt und etwa 5 % werden deshalb sogar freigestellt.
Besondere gesundheitliche Gründe für eine Krankschreibung in der Schwangerschaft sind:
Sport und Bewegung sind in der Schwangerschaft sehr wichtig. Du solltest es aber nicht übertreiben. (mehr lesen)
Verständlicherweise bibbern viele Schwangere in den ersten Schwangerschaftswochen und fürchten sich vor einer Fehlgeburt.
Die meisten Ursachen, die zu einer Fehlgeburt führen, sind leider nicht zu beeinflussen, sondern leider eine Laune der Natur.
Natürlich kannst du durch einen gesunden Lebensstil das Risiko einer Fehlgeburt minimieren. Völlige Sicherheit hast du allerdings nie und es bleibt ein Rätsel der Natur, warum manche Schwangerschaften glücklich verlaufen und andere in einer Fehlgeburt enden.
Bei diesen Symptomen solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen:
Ob du dich wegen Stress krankschreiben lassen kannst, hängt ebenfalls vom Urteil deines Frauenarztes ab. Falls er das Kindswohl durch deinen Stress in Gefahr sieht, wird er nicht zögern dir eine Krankschreibung auszustellen.
Stress gehört zum Leben dazu und falls er nicht überhand nimmt, besteht durch Stress auch keine besondere Gefahr für dich und dein Kind. Erst bei einer zu grossen ausgeschütteten Menge an Cortisol (Stresshormon) sind gesundheitliche Risiken zu befürchten.
Was bedeutet es für ungeborene Baby, wenn ihre Mutter – insbesondere während der Frühschwangerschaft – unter dauerhaftem Stress leidet?
Was bedeutet es für ungeborene Baby, wenn ihre Mutter – insbesondere während der Frühschwangerschaft – unter dauerhaftem Stress leidet?
Dein Arzt kann dich die ganze Schwangerschaft über krankschreiben, wenn er das für nötig hält.
Wenn du deinem Arbeitgeber das ärztliche Zeugnis vorlegst, ist dieser verpflichtet dir deinen Lohn zu 100% weiter zu zahlen.
Ab einer gewissen Zeit (im ersten Dienstjahr meist nach den ersten drei Wochen) kommt die Krankentaggeldversicherung zum Zug und übernimmt die Lohnzahlung.
Im Zweifel solltest du deinen Arbeitsvertrag durchlesen. Während der Probezeit und bei befristeten Arbeitsverträgen gelten nämlich besondere Bestimmungen.
Bei offensichtlich gesundheitsgefährdenden Gründen, wird dein Arzt dir in jedem Fall eine Krankschreibung ausstellen.
Solltest du das Gefühl haben, dass dein Frauenarzt dich und deine Beschwerden während der Schwangerschaft nicht ernst nimmt, solltest du unbedingt in Erwägung ziehen, deinen Frauenarzt zu wechseln.
Deine Gesundheit und die deines ungeborenen Kindes haben immer die oberste Priorität.