Vegane Ernährung in der Schwangerschaft

Vegan zu essen und zu leben ist mittlerweile stark verbreitet und auch kein Tabuthema mehr. Immer mehr Menschen widmen sich diesem Lebensstil.
Doch was viele Fragen aufwirft, ist die vegane Ernährung in der Schwangerschaft. Hier lüften wir das grosse Geheimnis, warum eine vegane Ernährung gesund, aber auch schädlich in der Schwangerschaft sein kann.

Was genau ist Veganismus?

Veganismus ist eine tierfreundliche Lebens- und Ernährungsweise. Veganer meiden tierische Produkte aller Art. Sie ernähren sich also nur von pflanzlichen Produkten. Zudem achten ethisch motivierte Veganer auch auf darauf, vegane Kleidung und andere Produkte zu konsumieren, die keine Tierprodukte enthalten oder Ursprung von Tierversuchen sind. 

Was genau bewegt Veganer dazu, auf tierische Produkte zu verzichten?

Veganer sind gegen das Leiden von Tieren

Tiere sind Lebewesen und haben es nicht verdient, geboren zu werden um danach im Schlachthof zu landen.
Viele Tiere werden in der Massentierhaltung unter katastrophalen Bedingungen gehalten. Sie haben keinen Auslauf und werden eingesperrt. Kühe, Hühner und Schweine sind genauso empfindsam wie Katze, Hund oder der Mensch. Nicht einmal die Grundbedürfnisse eines solchen Tieres werden berücksichtigt. Nur der Profit der Fleischindustrie liegt hier im Zentrum. 

Die Tiere müssen innert kurzer Zeit möglichst viel Gewicht zunehmen, damit sie wirtschaftlich rentieren. Masthühnern wurde das Sättigungsgefühl weggezüchtet, damit sie möglichst schnell ihr Schlachtgewicht erreichen. Bei Ferkeln wird ihre natürliche Neugierde ausgenutzt für sogenannte Fresstrainings. Kälber werden direkt nach der Geburt von ihren Müttern getrennt, sie schreien noch wochenlang nacheinander.

Die Folge vom übermässigen Konsum tierischer Produkte

Immer mehr Studien belegen, dass eine Ernährung mit vielen tierischen Produkten zu gesundheitlichen Schäden führt.
Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Darmerkrankungen und vieles mehr sind auf einen zu hohen Konsum tierischer Produkte zurückzuführen.

Die Hormone im Fleisch

Das Futter der Masttiere wird mit Hormonen (für eine schnellere Gewichtszunahme) und Antibiotika angereichert, damit in diesen schmutzigen Stallverhältnissen keine Krankheitserreger entstehen können.

Das Antibiotika und die Hormone lagern sich in der Leber und dem Gewebe der Tiere ab und werden somit von den Menschen verspeist.
Was sind nun die Folgen von diesen unabsichtlich eingenommenen Substanzen?

Warum wir bei zu viel Fleischkonsum unseren Darm schädigen

Die Tatsache, dass Antibiotika enorm schädigend für den Darm ist, wird oft nicht gross kommuniziert. Der Darm ist unser Immunsystem und massgebend für unsere physische, wie auch unsere psychische Gesundheit, da der Grossteil von Serotonin (Glückshormone) im Darm produziert wird. Wenn wir unseren Verdauungstrakt genauer betrachten, fällt uns auf, dass unser Darm viel länger ist, als der von fleischfressenden Lebewesen.
Unser Darm ist 8 Meter lang, genauso wie von Tieren, die sich nur von Pflanzen ernähren.
Der Darm von Fleischfressern ist sehr kurz, damit sie das Fleisch innerhalb kürzester Zeit verdauen können. Meistens innerhalb von 2-3 Stunden.

Das Fleisch kann bis zu 100 Stunden im Darm vergären. Auch unser Gebiss ist wie ein Pflanzenfresser aufgebaut und nicht wie ein Fleischfresser. Die haben viel spitzere Zähne, damit sie das Fleisch verzehren können.

Kuhmilch kann Krebs verursachen

Auch ist Kuhmilch einer der Hauptgründe für die hohe Krebsrate. Die Hormone in der Kuhmilch, welche eigentlich für das Kalb gedacht sind, damit es wächst, bewirken im menschlichen Körper genau das gleiche auf unsere Zellen. Unkontrollierter Zellwachstum= bösartiger Tumor. 

Warum eine vegane Ernährung umweltfreundlich ist

Die Wahl deines Essens hat gewaltigen Einfluss auf die Umwelt. Gemäss der Agrarorganisation der UNO verursacht die Nutztierhaltung mehr Treibhausgase als der globale Verkehr – also alle Autos, LKWs, Schiffe und Flugzeuge zusammen. 

Die Schlachttiere verbrauchen enorme Mengen an Futter und Wasser. Ausserdem wird in den Mägen von Wiederkäuern Methan produziert, das 23-mal so klimawirksam ist wie CO2. Somit ist nicht nur Fleisch schlecht für das Klima, sondern auch Käse, Butter und Eier.  

Für den Sojaanbau (Tierfutter) werden gigantische Flächen an Regenwald gerodet. Auch der Konsum von Tierprodukten bei uns in der Schweiz trägt zur massiv voranschreitenden Rodung des Regenwaldes bei. Jährlich verlieren wir weltweit mehr als 50 000 Quadratkilometer Waldfläche. 

Künftige Kriege werden nicht mehr um Erdöl, sondern um Wasser geführt, heisst es.
Jeder Fleischesser trägt extrem stark dazu bei.

Der durchschnittliche Wasserverbrauch pro 1 kg Nahrung:

Gemüse und Früchte
425 Liter
Getreide, Reis und Hülsenfrüchte
1629 Liter
Milch und Eier
1629 Liter
Fleisch
8576 Liter

Die tierreiche Ernährung ist also der grösste Klimakiller überhaupt.

Warum ist eine vegane Ernährung in der Schwangerschaft gesund?

Wie oben schon erwähnt, gibt es extrem viele Gründe, vegan zu essen und deshalb können schwangere Frauen ihren Babys sogar einen sehr grossen Gefallen tun, wenn sie diese Ernährungsweise leben.

Wenn man keine tierischen Produkte konsumiert, isst man automatisch mehr Gemüse, mehr Früchte und greift öfters auf gesunde pflanzliche Proteinquellen wie Hülsenfrüchte, Gemüse, Getreide oder Pilze zurück.

Gute Proteine sind sehr wichtig, um die biochemischen Prozesse im Körper anregen zu können. 

Es ist aber besonders wichtig, viele pflanzliche Proteine zu sich zu nehmen. Denn das Baby ist darauf angewiesen.

Wann kann eine vegane Ernährung auch schlecht für das Ungeborene sein?

Wenn eine Frau erst während der Schwangerschaft oder Stillzeit auf eine vegane Ernährung umstellt, kann dies besonders bei einem sehr grossem Rohkostanteil gefährlich sein für das Kind.

Vegane Rohkost (rohe pflanzliche Lebensmittel wie frisches und getrocknetes Obst, Gemüse, Kräuter, Frischkorn, Nüsse und Keimlinge) ist das gesündeste, was man seinem Körper zuführen kann. Es wirkt genau aus diesem Grund auch stark entgiftend. Es leitet Gifte und Schwermetalle aus, tötet Viren, Bakterien und Pilze ab und wirkt gegen freie Radikale.

Wenn eine schwangere Frau plötzlich auf eine solche Ernährungsweise umstellt, entgiftet sie ihren Körper stark.  All diese Gifte gehen somit auch auf den Fötus oder auf die Muttermilch über. Die Leber und das Gehirn des Babys werden also vergiftet.
Deshalb sollte auf eine plötzliche vegane Rohkost verzichtet werden. 

Wer aber schon vor der Schwangerschaft eine vegane Rohkost-Ernährung gelebt hat, kann diese problemlos auch in der Schwangerschaft weiterführen. Das Ungeborene kann von diesen vielen Vitaminen profitieren.
Wichtig ist, dass das Vitamin B12 aber immer zusätzlich supplementiert wird. Denn das befindet sich vor allem in tierischer Nahrung.