Was bewirkt Schwimmen in der Schwangerschaft?

Schwimmen ist eine beliebte Sportart für Schwangere. Das Gefühl der Schwere hört im Wasser einen Moment lang auf und verbessert auch im Nachgang das Körpergefühl der Schwangeren. Schwimmen in der Schwangerschaft erzielt tolle Wirkungen, über die wir euch in diesem Beitrag berichten.

Der Grund für Rückenschmerzen in der Schwangerschaft - Und warum Schwimmen die Lösung ist

Der offensichtlichste Grund für Rückenschmerzen in der Schwangerschaft ist das zunehmende Gewicht. Das Baby, die Plazenta, sowie die Gebärmutter bürden den Muskeln und Bändern Woche für Woche mehr Gewicht auf. Durch eine Überbelastung fällt es Schwangeren darum schwer die richtige Körperhaltung einzunehmen. Das zusätzliche Gewicht bewirkt Fehlhaltungen und damit Rückenschmerzen. 

Doch auch die Hormone sind an den Rückenschmerzen schuld, da sie veranlassen, dass sich Sehnen und Bänder lockern. 

Während des Schwimmens werden Bänder und Muskulatur von der Belastung befreit und das Beste: Sie können durch Bewegung aufgebaut und gestärkt werden.

Im Gegensatz zu anderen Sportarten wird die Muskulatur zudem sanft trainiert und nicht zusätzlich überlastet.

Schwimmen kann Wassereinlagerungen mildern

Eine unschöne Begleiterscheinung in der Schwangerschaft sind die Wassereinlagerungen, die dafür sorgen, dass Beine, Füsse und Knöchel in der Schwangerschaft unschön anschwellen. Wasser in den Beinen kann sogar zu Schmerzen führen. Motivation sich da noch zu bewegen, ist schwer zu finden.

Wer dieses lästige Symptom loswerden möchte, sollte sich dennoch zum Schwimmen überwinden. Wasser übt einen hydrostatischen Druck auf die Gefässe aus. Dadurch wird der Blutfluss angeregt und die Wassereinlagerungen bilden sich zurück. 

Durch Schwimmen kann das Risiko von Thrombose gesenkt werden

Bewegung bewirkt allgemein, dass sich dein Blutbild verbessert und dein Blutdruck sinkt. Darum sollte auf Bewegung in der Schwangerschaft nicht verzichtet werden.

Ein hoher Blutdruck erhöht nämlich das Risiko von Thrombosen. Dabei entstehen Blutgerinsel, welche die Blutgefässe verschliessen. Schwangere haben ein stärkeres Risiko eine Thrombose zu erleiden (zehnfaches Risiko im Vergleich zu vor der Schwangerschaft). Der Grund sind die Hormone, welche die Blutgerinnung beeinflussen. 

Die sanften Bewegungen beim Schwimmen wirken diesem Risiko entgegen.

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Hier findest du einen Überblick, wann du was in deiner Schwangerschaft erledigen solltest.

Schwimmen wirkt Schwangerschaftsdiabetes entgegen

Das Risiko an Präeklampsie oder Diabetes zu erkranken, ist in der Schwangerschaft ebenfalls erhöht. Der veränderte Stoffwechsel und die Gewichtszunahme können eine Schwangerschaftsdiabetes begünstigen.

Regelmässige körperliche Tätigkeit wirkt dem Risiko einer Präeklampsie nachweislich entgegen. Schwimmen verhindert zusätzliche Gewichtszunahme und verbessert die Glukoseaufnahme in den Zellen – damit wird das Risiko einer Schwangerschaftsdiabetes erheblich gesenkt.

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Neben allgemeinen Erklärungen und Tipps rund um die spannende Kugelzeit, finden werdende Mütter und Väter in diesem Schwangerschaftsratgeber Tag für Tag faszinierende Infos zur Entwicklung ihres Babys.

Schwimmen verbessert das allgemeine Wohlbefinden in der Schwangerschaft

Körperliche Bewegung stimuliert die Ausschüttung von Glückshormonen. Das mit zunehmender Schwangerschaft die Lust nach sportlicher Betätigung abnimmt, ist nur allzu verständlich. Allerdings kann der Bewegungsmangel Verstimmungen und schlechte Laune verstärken und ein Teufelskreis beginnt. Schwimmen kann auf sanfte Weise helfen, deine Stimmung und dein Wohlbefinden während der Schwangerschaft zu verbessern.

Weitere Fragen zu diesem Thema

Sport und Bewegung sind in der Schwangerschaft sehr wichtig. Du solltest es aber nicht übertreiben. (mehr lesen)

Verständlicherweise bibbern viele Schwangere in den ersten Schwangerschaftswochen und fürchten sich vor einer Fehlgeburt.

Die meisten Ursachen, die zu einer Fehlgeburt führen, sind leider nicht zu beeinflussen, sondern leider eine Laune der Natur. 

Natürlich kannst du durch einen gesunden Lebensstil das Risiko einer Fehlgeburt minimieren. Völlige Sicherheit hast du allerdings nie und es bleibt ein Rätsel der Natur, warum manche Schwangerschaften glücklich verlaufen und andere in einer Fehlgeburt enden.

Bei diesen Symptomen solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen:

  • Starke, plötzlich auftretende Blutungen
  • Starke Schwellungen (Ödeme), die schmerzen und immer grösser werden
  • Heftige Unterleibsschmerzen
  • Schwindel und Kopfschmerzen in Kombination mit Übelkeit und Erbrechen
  • Plötzlich auftretende sehr starke oder stechende Schmerzen
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Fieber ab 39 Grad Celsius

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Im Gegensatz zu anderen Sportarten ist das Verletzungsrisiko beim Schwimmen gering

Da beim Schwimmen deine Muskulatur und deine Bänder im Wasser entlastet werden, besteht eine geringe Verletzungsgefahr für dich und dein Baby. Deine Gelenke werden bei den Bewegungen geschont. Trotzdem verlangt der Widerstand des Wassers körperliche Anstrengung, was dem Muskelaufbau zugutekommt. 

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    Das Wasser sollte nicht zu heiss sein!

    Achte darauf, dass das Wasser nicht zu heiss ist. Zu heisses Wasser öffnet Blutgefässe und senkt den Blutdruck. Dabei können Kreislaufprobleme entstehen. Auch Wehen können durch zu heisses Wasser ausgelöst werden und erhöhen das Risiko von Früh- und Fehlgeburten.

    Kann ich mir beim Schwimmen eine Infektion holen?

    Die grosse Sorge sich beim Schwimmen eine Infektion zu holen, sollte nicht von dieser praktischen Sportart abhalten. Einige Keime können sich im warmen Wasser gut vermehren und zu einer Infektion führen. Dieses Risiko ist aber eher gering. Vor allem wenn du dich nicht allzu lange im Wasser aufhältst. Schwangere Frauen können sich mit speziellen Tampons vor Keimen schützen. Vorsicht: Die herkömmlichen Tampons hingegen können eine Infektion begünstigen.

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