Wie schädlich ist Stress in der Frühschwangerschaft?

Stress ist eine normale Reaktionen unseres Körpers auf angsteinflössende, bedrohliche oder unangenehme Situationen. 

Die Ursachen für Stress im Alltag sind vielfältig. Stress kann durch Leistungsdruck auf der Arbeit ausgelöst werden, aber auch inneres Kopfkino kann zu Stressempfinden führen.

Doch was bedeutet es für ungeborene Baby, wenn ihre Mutter – insbesondere während der Frühschwangerschaft –  unter dauerhaftem Stress leidet?

Was geschieht bei Stress im Körper?

Stress aktiviert eine bestimmte Region in unserem Gehirn: Die Amygdala. Die sorgt dafür, dass wir (evolutionär gesehen) auf geeignete Art und Weise auf die Stresssituation reagieren.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Stressreaktion ein Erbe der Evolution ist und unseren Vorfahren half, ihr Überleben zu sichern. Die Amygdala schüttet Hormone aus, die uns wach und aktiv werden lassen. Und unser Organismus entscheidet sich innert Sekunden für eine Kampf- oder Flucht-Reaktion

Adrenalin erhöht unseren Herzschlag und den Blutdruck. Auch das sogenannte Stresshormon Cortisol wird ausgeschüttet.

Negative Folgen für die werdende Mutter bei Dauerstress

Wenn du hin und wieder unter Stress leidest – keine Sorge. Diese körperliche Reaktion erlebten schon unsere weibliche Vorfahren und doch brachten sie alle gesunde Kinder zur Welt. 

Solltest du aber unter dauerhaftem Stress leiden, kann sich dieser Zustand negativ auswirken.

Gemäss Forschungen schädigt dauerhafter Stress die Nervenzellen in unserem Hippocampus – das kann unser Gedächtnis beeinträchtigen. Auch wirkt Stress auf unseren präfrontalen Cortex –Denkstörungen, Depressionen oder ein geschwächtes Immunsystem können die Folge sein.

Wie wirkt sich Stress in der Frühschwangerschaft beim Baby aus?

Die Frühschwangerschaft ist die kritische Phase der Entwicklung beim Baby. Die Grundlagen für Organe und Körperfunktionen werden in dieser Zeit gebildet. Bei zu viel negativen Einflüssen können Fehlbildungen die Folge sein. 

Die gute Nachricht ist, dass die Plazenta dein Baby vor vielen äusseren Einflüssen abschirmt. Vom Stresshormon Cortisol kommt nicht einmal die Hälfte bei dem Ungeborenen an. 

Die Auswirkungen von Alltagsstress auf das Baby

Stress kann in einem gesunden Mass sogar positiv für die Entwicklung deines Babys sein.

Wenn dein Baby einige Mengen an Cortisol durch dein Blut erhält, kurbelt dies Oxytocin an – das sogenannte „Kuschelhormon“. Dieses Hormon fördert die Bindung zwischen Baby und Mama.

Ausserdem entwickelt dein Baby auf diese Weise eine gewisse Resistenz gegenüber von Stress. Das ist wichtig, damit es im späteren Leben mit belastenden Situationen besser umgehen kann. 

Die Auswirkungen von chronischem Stress auf das Baby

Wie auch für deinen eigenen Körper, kann sich zu viel Stress auch negativ auf dein Baby auswirken. Zu hohe Mengen an Cortisol in der Schwangerschaft können bei deinem Kind später Depressionen oder Herzkrankheiten zur Folge haben.

Zudem aktiviert zu viel Stress beim Baby das sogenannte Epigenom. Das bedeutet, dass die DNA deines Baby dauerhaft verändert werden kann. 

Das kannst du bei stressigen Situationen für dich und dein Baby tun

Aktiv zu sein und viele Termine wahrzunehmen ist also alles andere als schädlich für dein Baby. Im Gegenteil: Es ist sogar. für eure Bindung wichtig. Du musst in der Frühschwangerschaft also überhaupt nicht auf dem Sofa sitzen, um jeglichen Stress zu vermeiden.

Wenn du allerdings unter dauerhaftem Stress leidest, der an deinen Kräften zehrt, dann ist dies – insbesondere in der Frühschwangerschaft – ein wirklich guter Grund, um einfach mal Pause zu machen. Versuche dir etwas Gutes zu tun und dich bei erholsamen Ritualen wie Yoga oder Wellness zu entspannen. 

Auch solltest du mit deinem Frauenarzt sprechen. Er kann dir hilfreiche Tipps geben und dich beispielsweise bei belastenden Arbeitssituationen krankschreiben. 

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